Jetzt wird es ernst, wir starten die Restaurierung unseres Oldtimers

In den nächsten Arbeitsschritten werden umfassende Tipps zu den einzelnen Bereichen erklärt.

Anbauteile vom Fahrzeug demontieren:

Wenn man nun eine Übersicht über die Problemstellen an seinem Oldtimer erfasst hat, dann kann man mit der eigentlichen Arbeit am Oldtimer beginnen. Am besten sie reinigen ihr Fahrzeug noch von Außen mit einem Hochdruckreiniger. Auch die Bodenplatte sowie der Innenraum sollten gereinigt werden. Wenn das Fahrzeug nun vom gröbsten Schmutz befreit wurde, kann der Spaß beginnen.
 
Wenn möglich heben sie Ihr Fahrzeug mit einer Hebebühne auf, eine gut zugängliche Höhe für ergonomisches Arbeiten wird auch ihren Rücken freuen. Nun sind alle Anbauteile vom Fahrzeug abzubauen. Bei einem Auto sind das, die Stoßstangen, Schweinwerfer und Heckleuchten, Kotflügel vorne und hinten, alle Zierleisten welche meist aus Chrom bestehen, Nummerntafel Halterungen, Trittbretter wenn vorhanden, Außenspiegel, Antenne, Scheibenwischer, Emblem, Türgriffe usw… 
 
Elektronische Stecker welche nun lose sind, immer mit einem Isolierband abisolieren, da es ansonsten zu Korrosion der Kontaktstellen sowie einem Kurzschluss kommen kann. Die Batterie sollte ebenfalls abgeklemmt werden.
 
Wenn sie nun alle Anbauteile entfernt haben, sind sie schon um einen Schritt weiter. Das Ausmaß der Restaurierung wird nun deutlicher. Wenn Rostlöcher vorhanden sind kann man diese nun noch deutlicher erkennen. Auch poröse Kunststoffteile oder Risse in den Bauteilen sind ersichtlich.
 
Damit sie die Bauteile auch wieder an der richtigen Stelle an ihrem Oldtimer verbauen, ist eine Fotodokumentation sehr wichtig. Nicht nur, dass sie das Bauteil wieder finden und richtig verbauen, sondern auch beim Wiederverkauf möchte der Kunde fast immer eine Fotodokumentation bereitgestellt bekommen. Warum ist auch einfach zu erklären, er möchte wissen wie das Fahrzeug restauriert wurde. Da es in der Restaurierung von Oldtimern gravierende Unterschiede in der Qualität gibt. Eine Qualitativ hochwertige Restauration eines Oldtimers ist das um und auf. Denn wer möchte der einen Oldtimer restauriert hat nach 5 Jahren schon wieder von vorne beginnen? Genau richtig, niemand. Das betrifft auch die Personen die sich einen restaurierten Oldtimer kaufen.

Karosseriearbeiten und Schweißen

Bei einer Fahrzeug Restaurierung kommt man an den Karosseriearbeiten in den seltensten Fällen vorbei. Das heißt im Normalfall muss man sich Einschweißbleche besorgen.
Oft ist das nicht so einfach, da für die meisten Oldtimer keine Ersatzteile mehr produziert werden. Somit muss man sich auf die Suche im Internet oder auf Teilemärkten machen. 
 
Häufiger findet man Nachbauteile, Original Teile sind teilweise nur mehr sehr schwierig zu finden und wenn dann müssen diese noch ausgebaut und aufbereitet werden. 
Originalbleche sind aber auch dann oft noch zu bevorzugen, da in vielen Fällen z.B.: bei Blechen die Materialstärke dicker ausgelegt ist als bei Nachbauteilen. Somit ist auch eine Aufbereitung Sinnvoll, vor allem auch deshalb, da man dadurch die Originalität des Oldtimer Fahrzeuges beibehält. 
Bleche können oder müssen in vielen Fällen auch einzeln angefertigt werden, was dann aber wiederum Kosten durch den erhöhten Stundenaufwand erzeugt, als Teile die schon die benötigte Geometrie und Zustand aufweisen.
 
Sind nun keine Einschweißbleche am Markt auffindbar dann müssen die Bleche selbst angefertigt werden. Dazu ist es notwendig sich eine Schablone, am besten aus Karton zuzuschneiden. Das Loch in der Karosse kann dann auf den Karton übertragen werden. Danach kann die benötigte Geometrie mit der Schablone aus Karton auf eine Platine aus Blech übertragen werden. Platinen aus Blech findet man bei speziellen Händlern. Zum Anzeichnen auf der Platine verwendet man am besten eine Reißnadel, hat man diese gerade nicht zur Hand kann man sich auch mit einem spitzen Nagel oder eins Kugelschreibers behelfen.

Wie kann man nun die Fahrzeugoberfläche am besten bearbeiten:

Die Lackoberfläche zeigt durch Sonneneinstrahlung Risse sowie durch das Salzwasser in vielen Fällen auch Roststellen, z.B.: im  Boden- und Einstiegsbereich sowie an den Radläufen. Der Lackaufbau besteht aus mehreren Schichten. Somit muss die Karosserie sowie deren Anbauteile an den neuralgischen Stellen vom Lack entfernt werden. Der Lack wird am besten mit einem Exzenter abgeschliffen. Einen Exzenter bekommt man im Fachhandel. Unterschiedliche Körnungen an Schleifpapieren werden benötigt, da zuerst grob und dann fein geschliffen wird.
 
Verwinkelte Stellen kann man auch per Hand abschleifen, hierzu gibt es Schleifblätter auf Leinen Basis, welche den Vorteil gegenüber Schleifblättern auf Papier Basis haben, da sie weniger einreißen und länger haltbar sind. Wenn man Handwerklich geschickt ist kann man kleine Stellen auch mit dem Winkelschleifer bearbeiten.
 
Wichtig ist wenn nun der Lack von der Karosserieoberfläche bzw. Anbauteilen entfernt wurde, dass nun geprüft wird ob Roststellen zum Vorschein kommen. Wenn das der Fall ist muss der gesamte Rost entfernt werden. Man kann nun die Roststelle mit einem Winkelschleifer und Trennscheibe ausschneiden.  Möchte man sich das nicht antun, dann kann man die Gesamte Karosse inkl. deren Anbauteile wie Kotflügel, Türen und Klappen auch Sandstrahlen. Dazu mehr im nächsten Punkt.

Oldtimer Sandstrahlen

Möchte man bei seinem Oldtimer Fahrzeug nur kleine Stellen Sandstrahlen dann kann man sich Hobby Geräte für die eigene Werkstatt im Fachhandel kaufen. Für Kleinteile oder Felgen gibt es kleine Sandstrahlkabinen, welche sehr hilfreich sind. Diese bekommt man ebenfalls im Fachhandel. Dazu benötigt man dann nur noch einen Druckluft Kompressor. 
 
Des Weiteren gibt es auch kleine Sandstrahl-Handpistolen welche man für kleine Roststellen am Fahrzeug verwenden kann. Nachteil ist, dass dann die gesamte Umgebung wie Garage oder Parkplatz voll mit Sand ist und das ist auch nicht optimal. Man kann sich in diesem Fall auch mit einer Plastikfolie helfen, und den Bereich so gut wie möglich abdecken.
 
Möchte man selbst nichts Sandstrahlen dann lässt man dies am besten bei einer Firma erledigen. Diese haben eigene Sandstrahlkabinen wo Einzelteile aber auch ganze Karossen gestrahlt werden können.
Vor allem wenn man eine gesamte Restaurierung vor hat und es sich um einen wertvollen Oldtimer handelt rentiert sich diese Vorgehenseise. Der Lack und der Rost werden dadurch entfernt. Alle Löcher in der Karosse sind nun ersichtlich sofern vorhanden und man kann danach mit den Einschweißarbeiten beginnen. 

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